Die Uhren unserer Gesellschaft ticken schneller und
schneller. Unsicherheit und Angst ebnen Wege für Manipulation und
Steuerung. Beliebigkeit und Austauschbarkeit treten an die Stelle von
Orientierung und traditionellen Werten. In diesem Umfeld radikalen Wandels und
steter Rastlosigkeit gleichen die Menschen einem Haufen Herbstblätter, vom
Wind der Veränderungen willkürlich und rastlos umher geweht, mit
jedem Stoß ein neues Gefüge bildend und dabei vor allem der eigenen
Machtlosigkeit ausgeliefert.
microClocks greift eben jenen
rastlosen Wandel, jenes unaufhörliche Ticken, welches sich oft kalt,
mechanisch und industriell anfühlt, auf und kreiert eine eigene
musikalische Welt, ein künstlerisches Universum mal apokalyptisch
und brachial, mal sphärisch und dunkel. Elektronisch-treibende Rhythmen
bilden das Herzstück des modernen und dennoch tiefgründigen Electro
Rocks der Band aus NRW. In ihnen schlägt der Puls unserer Welt
einer sich schnell verändernden Welt, in der Wertmaßstäbe zu
Trend- Erscheinungen verkommen, in der mithilfe von Angst und Unsicherheit
versucht wird, die Notwendigkeit der Manipulation und Fremdbestimmung zu
etablieren.
Längst scheint dabei all
das Realität zu werden, was noch vor wenigen Jahren wie ein abgedrehter
Science Fiction-Film auf uns gewirkt hätte. Ist der
vollständige Verlust der Privatsphäre unvermeidbar? Muss man sich
vermeintliche Sicherheit erkaufen, indem tatsächlich jeder einzelne unter
Generalverdacht gestellt wird? hinterfragt microClocks daher
deutlich. Und ist man paranoid oder gar verdächtig, wenn man all das
nicht vorbehaltlos akzeptiert?
Bereits im Zuge ihrer
Debüt-EP erhält die Band Preise sowie Förderungen des Landes NRW
und verschiedene Kulturformate von Sendern wie 1Live, WDR, SWR, RBB oder
Deutsche Welle befassen sich mit dem Sound von microClocks. Für ihr
erstes, damals noch in Eigenregie vertriebenes Album stars from
diffuse matter sowie für die gleichnamige Video-Auskopplung
heimsen die Musiker Auszeichnungen beim Deutschen Rock & Pop
Preis in den Kategorien Bestes Album (englischsprachig) und
Bestes Video ein.
Nun wenden sie sich mit opinions
are on sale erstmalig an die breite Öffentlichkeit und schicken
Ende Oktober ihre erste Single mit dem Titel is anybody out
there? voraus. Eine Frage, die auf den ersten Blick banal klingt,
seit Generationen jedoch für philosophische Debatten über das Sein
jenseits der eigenen subjektiven Wahrnehmung sorgt. Was bleibt, wenn man sich
selbst aus der großen Gleichung subtrahiert? Jeder von uns hat sich
schon einmal derart abstrakte Fragen gestellt, sagt die Band und verweist
dabei auf weitere gesellschaftspolitische Themen ihres Albums auf
falsche Ideale, instabile Identitäten oder soziale Ungerechtigkeiten.
Bei den Arbeiten am Album opinions are on sale stand
der Band erneut der hochdotierte Produzent Massimo Nocito zur Seite, welcher
für einen Sound sorgte, der ebenso glasklar und deutlich ist, wie die
künstlerischen Inhalte von microClocks:
In Zeiten
des Werteverfalls, der Fremdbestimmung und Manipulation ticken die Uhren
schnell und unerbittlich es ist fünf vor
zwölf!